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Filmreihe "Alte Stoffe, neue Gewänder – Der Mythos im Film"
Auf den ersten Blick passt es nicht zusammen: Jahrtausende alte Mythen aus griechischer Vorzeit und die Kinoleinwand, das Erzählmedium des 20. und 21. Jahrhunderts schlechthin. Doch der Vates (lat. der Sänger, Dichter) der Antike hat mehr mit dem Regisseur von heute gemein als man vermuten würde. Beide erzählen Geschichten über das menschliche Dasein in all seinen Facetten. Antike Erzählungen faszinieren trotz ihres Alters durch ihren scharfen Blick auf die Welt. Der Regisseur steht heute anstelle des Mythenerzählers und vermag den Menschen durch seine Kameralinse ähnlich präzise zu beobachten wie der Dichter der klassischen Antike. Die mythischen Stoffe offenbaren sich dabei als schier unversiegbare Quelle an Handlungen, die die menschliche Psyche zu erklären versuchen. Während im Mythos die Konflikte unter den Göttern beziehungsweise zwischen Göttern und Menschen für die Herausforderungen, die das Leben an die Menschen stellt, stehen, treten die Götter auf der Kinoleinwand in den Hintergrund oder entschwinden gänzlich. Denn das moderne Kino muss nicht mehr auf die Götterwelt als Projektionsfläche zwischenmenschlicher Tragödien zurückgreifen. Sie hat diese längst durch ein Arsenal an filmästhetischen Gestaltungsmöglichkeiten ersetzt.

Wenn sich zum Beispiel in Hitchcocks Vertigo Kim Novak durch den Blick in den Spiegel zusehends in eine andere Frau verwandelt, dann tritt das Spiegelmotiv anstelle der schicksalsentscheidenden, eingreifenden Göttin der Liebe, Aphrodite. Doch dies ist nicht der einzige Film unserer Reihe, der Aphrodites Ränkespiel im Hintergrund inszeniert. In I’m Not a F***ing Princess von Eva Ionesco wird ein kleines Mädchen zur Nymphe stilisiert, indem es zum aufreizenden Modell ihrer fotografierenden Mutter wird. In Marcel Camus Meisterwerk Orfeu Negro geht es um die Unsterblichkeit der Liebe über die Grenzen des Todes hinaus. Der Filmtitel lässt den mythologischen Bezug zu Orpheus und Eurydike schon erahnen. Auch die Coen-Brüder berufen sich in O Brother, Where Art Thou? auf einen mythologischen Stoff: Homers Odyssee. Hier wird Aphrodite indirekt zur treibenden Kraft, die den Helden dabei hilft, die Hindernisse ihrer Reise zu bestehen.

Mit unserer Reihe wollen wir einen neuen Blick auf alte Mythen werfen und zeigen, wie viel Homer bis heute in Filmerzählungen steckt. In diesem Sinne sind sie alte Stoffe in neuem Gewand.

Mittwoch, 23. Januar 2013 I’m Not a F***ing Princess
Mittwoch, 30. Januar 2013 Vertigo
Mittwoch, 06. Februar 2013 Orfeu Negro
Mittwoch, 13. Februar 2013 O Brother, Where Art Thou?

Die Vorführungen finden immer um 20 Uhr im HS 2006 des Kollegiengebäudes II (Platz der alten Synagoge) statt.
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Eintrag vom: 16.01.2013  




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